



Qualitätsmanagement
nach DIN EN ISO 9001:2008
Grundlagen Arthrose-Stammzellentherapie
Arthrose
Bei der Gelenkarthrose kommt es zu einer fortschreitenden Zerstörung des Gelenkknorpels, was zu einer chronischen Gelenkentzündung mit Belastungs- und Ruheschmerzen führt. Zur Behandlung werden im Anfangsstadium Medikamente eingesetzt, um die Entzündungsreaktion zu bekämpfen und die Schmerzen zu reduzieren. Da all diese Medikamente zahlreiche unerwünschte Nebenwirkungen haben, sollten sie nur über einen begrenzten Zeitraum eingenommen werden. Im fortgeschrittenen Stadium der Arthrose ist die medikamentöse Behandlung nicht mehr ausreichend, so dass ein künstliches Gelenk implantiert werden muss.
Stammzellenanwendung bei Arthrose
Stammzellen erschließen hier eine neue therapeutische Möglichkeit, da sie über die Fähigkeit verfügen, Knorpelgewebe neu zu bilden und über ihre Syntheseprodukte die entzündliche Reaktion und somit auch die Schmerzen zu reduzieren. Von großem Vorteil bei der Stammzellentherapie ist es, dass unerwünschte Nebenwirkungen wie bei den bisherigen Arthrosemedikamenten entfallen. Die regenerative und entzündungshemmende Wirkung der Stammzellen bei der Arthrosebehandlung ist in zahlreichen Laborversuchen nachgewiesen. Obwohl die klinische Anwendung noch im Anfangsstadium ist, zeigen bisherige Erfahrungen, dass mit der Stammzellentherapie eine langdauernde Schmerzreduktion bei der Arthrose möglich ist. Inwieweit die regenerative Potenz ausreicht, um auch den Gelenkknorpel neu zu bilden, kann zur Zeit noch nicht beurteilt werden.
Forschungsergebnisse
Wakitani et al. konnten 2007 in einer klinischen Studie zeigen, dass die intraartikuläre Applikation von MSCs bei Patienten mit Femoropatellararthrose zu einer Reparatur von Knorpeldefekten führte und zu einer signifikanten Verbesserungen der klinischen Symptomatik während des gesamten Nachuntersuchungszeitraumes (17-27 Monate). Ähnliche Ergebnisse veröffentlichten Kuroda et al. 2007 und Centeno et al. 2008. Sie fanden im MRT eine statistisch signifikante Knorpelregeneration 24 Monate nach intraartikulärer MSC-Applikation sowie eine signifikante Schmerzreduktion und Verbesserung der Beweglichkeit. Unerwünschte Wirkungen traten bei diesen Therapien nicht auf.
Im Gegensatz zu den bisher angewandten Arthrosemedikamenten handelt es sich bei der Stammzellentherapie nicht nur um eine symptomatische Schmerztherapie sondern zusätzlich auch um eine kausale Therapie, wenn auch das Ausmaß der regenerativen Potenz der Stammzellen im arthrotischen Gelenk noch nicht quantifiziert ist.
Aufgrund der derzeitigen Datenlage kann man sagen, dass die Wirksamkeit der Stammzellentherapie bei der Arthrose sowohl in experimentellen als auch in klinischen Studien hinreichend gesichert ist.
Dies wird auch in einem Review-Artikel deutlich, den Nöth et al. von der Universität Würzburg 2008 veröffentlichten. Im Ergebnis kommen die Autoren zu dem Schluss, dass die derzeitigen Therapien der Arthrose inadäquat sind, Stammzellen regenerative Aktivitäten im Arthrosegelenk entfalten und sie eine zukünftige Behandlungsoption bei der Arthrose darstellen.
Unsere Erfahrungen
Dies deckt sich auch mit unseren Erfahrungen in der Stammzellentherapie. Wir überblicken zur Zeit ca. 30 Patienten, bei denen in dem Zeitraum von April bis Dezember 2009 aufgrund einer fortgeschrittenen Arthrose eine Stammzellentherapie vorgenommen wurde. Bei allen Patienten bis auf eine Patientin konnte dauerhafte Beschwerdefreiheit erreicht werden, bzw. eine so deutliche Beschwerdereduktion, dass die Patienten wieder arbeitsfähig wurden. Die Patienten werden regelmäßig nachuntersucht. In keinem Fall außer dem erwähnten Therapieversager gibt es zur Zeit Anzeichen für ein Nachlassen des therapeutischen Effektes.
Vorteile der Stammzellentherapie
Zusammenfassend möchten wir nochmals die Vorteile der Stammzellentherapie im Vergleich mit alternativen Methoden darstellen:
- Es sind keine unerwünschten stammzellspezifischen Nebenwirkungen bekannt.
- Die Therapie ist minimalinvasiv.
- Eine Invalidisierung durch Endoprothetik wird vermieden, bzw. in ein höheres Lebensalter verlagert.
- Die Therapie ist bzgl. der Schmerzreduktion hocheffektiv und langanhaltend und bzgl. der Arthroseprogredienz kausal.
Literatur
- Wakitani S, Nawata M, Tensho K et al.:
Repair of articular cartilage defects in the patello-femoral joint with autologous bone marrow mesenchymal cell transplantation: three case reports involving nine defects in five knees.
J Tissue Eng Regen Med 2007; 1: 74–79 - Kuroda R, Ishida K,Matsumoto T, Akisue T, Fujioka H, Mizuno K, Ohgushi H, Wakitani S, Kurosaka M.:
Treatment of a full-thickness articular cartilage defect in the femoral condyle of an athlete with autologous bone-marrow stromal cells.
Osteoarthritis Cartilage 2007; 15: 226–231 - Centeno CJ, Busse D, Kisiday J, Keohan C, Freeman M, Karli D.: Increased knee cartilage volume in degenerative joint disease using percutaneously implanted, autologous mesenchymal stem cells.
Pain Physician 2008; 11: 343–353 - Nöth U, Steinert A, Tuan R:
Technology Insight: adult mesenchymal stem cells for osteoarthritis therapy.
Nature Clinical Practice Rheumatology 2008; Vol 4 No7 371-380