Frau zu Mann

Operation von Frau zum Mann: Phalloplastik

Die Phalloplastik, der Penoid-Aufbau im Rahmen der geschlechtsangleichenden Operation Frau zu Mann (FzM), ist die wohl anspruchsvollste und aufwändigste Operation im Bereich der Transsexuellen Chirurgie.

Die von Dr. Paul Daverio entwickelte Technik, bei der das Penoid („künstlicher Penis“) in einer mikrochirurgischen Operation aus Haut- und Unterhautgewebe einschließlich Nerven und Blutgefäßen des Unterarms (sog. Vorderarmlappen) gebildet wird, gilt heutzutage weltweit als Standardverfahren der Geschlechtsangleichung. Sie führt zu den besten optischen und funktionalen Ergebnissen und wird seit über 20 Jahren in der Klinik Sanssouci praktiziert.

Chirurgische Technik: Die Schritte der operativen Geschlechtsangleichung

Die operative Geschlechtsangleichung Frau zu Mann wird in Vollnarkose (Allgemeinanästhesie) durchgeführt. Dieser Eingriff dauert etwa sieben bis neun Stunden und beinhaltet:

  • die Entfernung der Brüste (Mastektomie)
  • die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie)
  • die Entfernung der Eierstöcke und Eileiter (Ovarektomie, Adnektomie)
  • die Entfernung der Scheide (Kolpektomie)
  • die mikrochirurgische Bildung des Penoids („künstlicher Penis“) aus einem Teil des Unterarms (sog. Vorderarmlappen) einschließlich seiner Nerven und Blutgefäße. Dies beinhaltet folgende Teilschritte:
    • die Formung des Penoids einschließlich der neuen Harnröhre (Neo-Urethra)
    • den plastischen Aufbau einer Eichel (Glansplastik)
    • die Verlängerung der weiblichen Harnröhre mit den kleinen Schamlippen
    • die Verlagerung des Penoids vom linken Vorderarm in den Schambereich. Die Arterien (Schlagadern) und Venen (Blutadern) des Penoids werden mit den entsprechenden Blutgefäßen des Oberschenkels verbunden. Gleichzeitig werden die Leistennerven mit den Penoidnerven, sowie die verlängerte Harnröhre mit der neu geformten Harnröhre verbunden.
    • die Deckung des Gewebedefekts am Unterarm mit Haut, die entweder aus der Leiste oder von der überschüssigen Haut der Brust gewonnen wird.
    • die Vorbereitung der großen Schamlippen, in die später die künstlichen Hoden implantiert werden.

Wichtig: Die Klitoris (Kitzler) verbleibt an der Basis des Penoids und wird nicht entfernt, sondern lediglich ihre bedeckende Oberhaut. Somit bleibt die Orgasmusfähigkeit erhalten.

Nach der Operation

  • Nach der Operation erfolgt eine intensive Überwachung mit Monitoring. Es finden mehrmals täglich Visiten sowie regelmäßige Verbandswechsel und Wundkontrollen durch unsere Ärzte statt.
  • Erstmalig aufstehen dürfen Sie am 6. Tag nach der Operation.
  • Der Blasenkatheter wird am 12. Tag entfernt. Von diesem Moment an können Sie im Stehen urinieren.
  • In der Regel können Sie am 14. bis 16. Tag die Klinik verlassen.
  • Die Weiterbehandlung nach der Geschlechtsangleichung Frau zu Mann kann durch Ihre Ärzte am Wohnort durchgeführt werden.
  • In Abhängigkeit von der beruflichen Situation ist mit einer Arbeitsunfähigkeit von ca. 6 Wochen zu rechnen.

Komplikationen

Die geschlechtsangleichende Operation Frau zu Mann, insbesondere der Penoid-Aufbau (Phalloplastik), ist ein komplexer Eingriff und entsprechend anfällig für Komplikationen. In der Klinik Sanssouci Potsdam treten Komplikationen bei ca. 5 % unserer Patienten auf.

Zu möglichen Komplikationen einer Phalloplastik gehören:

Stenose
Dabei handelt es sich um eine Engstelle an der Verbindung zwischen der Harnröhre (Urethra) und der neu gebildeten Harnröhre (Neo-Urethra). Diese Komplikation lässt sich meist durch einfaches Bougieren (Aufdehnen) vom Urologen beheben. Lediglich in 1 bis 2 % der Fälle ist ein kleiner Zweiteingriff, häufig in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie), zur Erweiterung dieser Engstellung erforderlich.

Fistel
Dies ist eine Verbindungen zwischen der Harnröhre und der Hautoberfläche, durch die Urin nach außen treten kann. Fisteln schließen sich üblicherweise nach zwei bis drei Monaten spontan. Wenn dies nicht erfolgen sollte, kann die Fistel in einem kleinen Eingriff in örtlicher Betäubung geschlossen werden.
Schwerwiegende Komplikationen wie ein kompletter Penoidverlust (Lappenverlust) sind sehr selten.

Erektionsprothese / Hodenersatz

Ein zweiter Eingriff ist notwendig, wenn eine Erektionsprothese eingebaut werden soll. Diese Operation ist möglich, wenn Gefühl im Penoid vorhanden ist, was üblicherweise etwa acht bis zehn Monate nach der Phalloplastik-OP der Fall ist.

Wir verwenden als Erektionsprothese ein sogenanntes hydraulisches Implantat der Firma American Medical Systems (AMS) mit einer Pumpe (AMS 700), die im neu gebildeten Hodensack (Neoskrotum) platziert wird. Ein Reservoir wird operativ unter die Bauchdeckenmuskulatur gelegt. In das Penoid platzieren wir zwei aufpumpbare Silikonstäbe. Mittels dieses Pumpsystems ist dann eine Erektion möglich. Außerdem implantieren wir Silikonhoden in den Hodensack.